Localization Germany
Einleitung
Optional ist zum IDA ICE Grundpaket (Standard- oder Expertenausgabe) die Erweiterung „Deutsche Lokalisierung“ erhältlich. Dieses Paket beinhaltet nützliche Funktionen für Simulationsdienst-leistungen in Deutschland. Die Wichtigsten sind:
- Die Sprache kann auf Deutsch umgestellt werden. Damit werden nicht nur die Benutzeroberflächen, sondern auch die generierten Ausgabeberichte übersetzt, was eine effiziente Berichterstellung maßgeblich unterstützt
- Es steht ein deutsches Startmodell zur Verfügung, bei dem im Vergleich zum regulären IDA ICE Startmodell (Gebäude mit einer Zone) verschiedene Anpassungen vorgenommen wurden, und das über deutsche Zonenvorlagen verfügt
- Das deutsche Startmodell enthält an die DIN 18599-10 angelehnte Zonenvorlagen, die vor allem bei nicht-vorliegenden Raumdaten als Basis für die Definition der Zonendaten herangezogen werden können
- Es stehen auf TRY-Klimadaten des Deutschen Wetterdienst (DWD) beruhende Klimadateien zur Verfügung, bzw. können importiert werden
- Eine Datenbank anwendungstypischer und praxisbezogenen Materialien, sowie eine umfangreiche Auflistung von Materialien in Anlehnung an DIN 4108-4 und EN ISO 10456
- Eine zusätzliches Registerblatt für eine effiziente Durchführung des Nachweises des sommerlichen Wärmeschutzes nach dem simulationsbasierten Verfahren der DIN 4108-2
- Eine zusätzliches Registerblatt für einen effizienten Export von Gebäudegeometrie- und Materialdaten zum Softwarepacket "ZUB Helena". Als Teil des Exports werden auch bereits verschiedene, für den GEG-Nachweis notwendige Definitionen vorgenommen, etwa die Zonierung des GEG-Modells
- Eine Auswertung des thermischen Komforts nach DIN EN 16798-1
Berücksichtigte Normen, Richtlinien und Nachweise
| Nr. | Norm / Nachweis | Nachweise / Indikatoren | Kapitel | Abschnitt |
| 1 | DGNB | Operative Temperatur | SOC1.1 | Direktlink |
| 2 | DGNB | Relative Luftfeuchte | SOC1.1 | Direktlink |
| 3 | DGNB | Zugluft | SOC1.1 | Direktlink |
| 4 | DGNB | Strahlungstemperaturasymmetrie und Fußbodentemperatur | SOC1.1 | Direktlink |
| 5 | DGNB | AGENDA 2030 BONUS - Klimaanpassung | SOC1.1 | Direktlink |
| 6 | DGNB | Zulässige Nachweisverfahren | SOC1.1 | Direktlink |
| 7 | DGNB | Innenraumhygiene - Lüftungsrate | SOC1.2 | Direktlink |
| 8 | DGNB | Sommerlicher Wärmeschutz | TEC1.3 | Direktlink |
| 9 | DGNB | Tageslichtverfügbarkeit Gesamtgebäude | SOC1.4 | Direktlink |
| 10 | DGNB | Tageslichtverfügbarkeit ständige Arbeitsplätze | SOC1.4 | Direktlink |
| 11 | DIN 5034-1 | Helligkeit | 4.3. | Direktlink |
| 12 | DIN 5034-3 | Relative Nutzbelichtung | 9. | Direktlink |
| 13 | ASR_A3.4 | Ausreichendes Tageslicht | 4.1. | Direktlink |
| 14 | ASR_A3.5 | Lufttemperaturen | 4.2. | Direktlink |
| 15 | ASR_A3.6 | Stofflasten (CO2) | 4.2. | Direktlink |
| 16 | ASR_A3.6 | Feuchtelast | 4.3. | Direktlink |
| 17 | ASR_A3.6 | Freie Lüftung, Allgemeines | 5.0. | Direktlink |
| 18 | DIN V 18599-10 | Nutzungsprofile | Tab. A | Direktlink |
| 19 | GEG | IDA ICE Modell-Schnittstelle zu ZUB Helena | - | |
| 20 | DIN 4108-2 | Übertemperaturgradstunden | 8.4. | |
| 21 | DIN EN ISO 7730 | Thermische Behaglichkeit und Zugluft | 6.2. | |
| 22 | DIN EN 16798-1 | Lüftung | 6.3. | Direktlink |
| 23 | DIN EN 16798-1 | Thermischer Komfort | NA.4 u. 5 | Direktlink |
| 24 | DIN EN 17037 | Tageslichtversorgung | 5.1. |
Deutsches Startmodell
![]()
Die deutsche Lokalisierung ergänzt die IDA ICE-Anwendung mit einem deutschen Startmodell. Dieses enthält im Vergleich zum normalen Startmodell (Gebäude mit einer Zone) folgende Ergänzungen bzw. Anpassungen.
Standort und Klimadaten
Der Standort des Gebäudes wurde mit "Berlin" festgelegt. Als Klimadatensatz wurde "Potsdam 2010 mittleres Jahr" festgelegt.

Zonenvorlagen
Das Startmodell enthält Zonenvorlagen, die an die Definitionen von Nutzungsprofilen in der DIN 18599-10 angelehnt sind. Die Prinzipien, die bei der Erstellung der Zonenvorlagen angewendet wurden, sind in Kapitel 3 beschrieben.
Voreinstellungen für Bauteile im Formular "Vorgabewerte"
Für die Bauteile sind typische Konstruktionsaufbauten aus Porenbeton, Mauerwerk, Beton und Dachsparren voreingestellt. Aus der Datenbank können weitere, vordefinierte Konstruktionen in Holzbauweise, Mauerwerksbauweise oder Betonbauweise ausgewählt werden.
Voreinstellung im Formular "Wärmebrücken"
Hüllflächendefinition
Die Voreinstellung bei der deutschen Lokalisierung ist "Preserve Wall Volume" (Wandvolumen erhalten). Darüber soll der Einfluss geometrischer Wärmebrücken in Bezug auf "fehlende" Wärmeübertragungen mit einer gewissen Näherung berücksichtigt werden, der vor allem bei der Einstellung "Innenmaßbezug" und ohne weitere Definition von Wärmebrücken außer Acht gelassen wird. Über diese Grundeinstellung werden noch keine spezifischen Wärmebrücken berücksichtigt.

Wärmebrücken
In Deutschland werden Wärmebrücken in der Regel mit Außenmaßbezug definiert. Da die Bezugsebene der Wärmebrücken dieselbe sein muss wie die der Hüllflächen, muss in solchen Fällen auch die Einstellung der Hüllflächendefinition auf "Extern inkl. Bodenplatte" umgestellt werden. Bei der Umstellung werden automatisch verschiedene Wärmebrückenfaktoren voreingestellt. Hier ist zu beachten, dass diese lediglich dazu dienen, den Einfluss der Flächenveränderungen auf das Simulationsergebnis bezüglich der Voreinstellungen zu kompensieren. Die eigentlichen spezifischen Wärmebrückenfaktoren sind durch den Anwender selbst zu definieren. Hierbei ist zu beachten, dass dies für alle Wärmebrückentypen erfolgen muss.
Hinweis: Bei der Definition von Wärmebrücken ist die Hüllflächendefinition auf "Extern inkl. Bodenplatte" umzustellen. Zudem müssen für alle Wärmebrückentypen Kennwerte definiert werden.
Dämmung unter Bodenplatte
Unter der Bodenplatte befindet sich eine Erdreichschicht ohne Dämmung.

Makros
Innerhalb des deutschen Startmodells stehen zusätzliche Makros zur Verfügung. Die Simulations-Ergebnisse werden in entsprechenden Ausgabefiles (Grafiken) unter dem Reiter “Details“ ausgegeben.
Makros auf Zonenebene (Zonenmakros)
Im Bereich der “Zonenregelung“ steht ein Makro für den Nachweis des Zugluftrisikos zur Verfügung (siehe Abschn. Zugluft). Außerdem ergänzend zum Abschnitt Raumlufttemperatur ein Makro, mit dem der Nachweis der zulässigen Raumtemperatur nach DIN-EN-16798-1_NA.4 geführt werden kann, aber auch deren obere und untere Grenztemperaturen direkt als Solltemperaturen für die Zone definiert werden können.


Ergänzendes Makro zum Nachweis der zulässigen Raumtemperatur nach DIN-EN-16798-1_NA.4
Im Formular der idealen Heiz- und Kühlelemente steht jeweils ein Regelungsmakro zur Verfügung, welches die Heiz- und Kühlleistung entsprechend dem Temperatur-Komfortbereich nach DIN-EN-16798-1_NA.4 steuert.

Im Bereich zur Belüftung im Zonenformular stehen drei zusätzliche “Systemtypen“ zur Lüftungsregelung zur Verfügung. Diese beinhalten CO2-geregelte VVS-Steuerungen auch im Sinne der DIN-EN-16798-1_NA.5 (siehe Abschn. Lüftung).
